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Fristen, Risiken & strategische Handlungsoptionen für medizinische Einrichtungen
Die Abkündigung von SAP IS-H stellt Krankenhäuser, Universitätskliniken und Gesundheitseinrichtungen vor eine zentrale strategische Entscheidung. Spätestens 2030 endet die Wartung der Lösung vollständig – ab diesem Zeitpunkt werden weder gesetzliche Anpassungen noch Updates oder Fehlerkorrekturen bereitgestellt. Zusätzlicher Handlungsdruck entsteht dadurch, dass SAP IS-H ein integraler Bestandteil der SAP ECC-Lösung ist: Für SAP ECC ist das Wartungsende verbindlich bis 2027 festgelegt, während SAP S/4HANA als strategische Zielplattform definiert ist.
Kliniken stehen damit vor einer doppelten Transformationsherausforderung. Für diese bedarf es einer klaren Transformationsstrategie, um Compliance-Risiken, operative Instabilität und wirtschaftliche Nachteile im Healthcare-Bereich zu vermeiden.
Warum wird SAP IS-H eingestellt und wen betrifft das?
IS-H, eine über Jahrzehnte etablierte Lösung für die Patientendatenverwaltung und -abrechnung, wird von SAP nicht weiterentwickelt, da spezifische und regulatorische Anforderungen die Fortführung dieser Lösung zunehmend kostenintensiv machen. Stattdessen setzt SAP auf einen konsequenten Plattformansatz rund um SAP S/4HANA. Dabei fungiert SAP S/4HANA als digitales Kernsystem, während branchenspezifische Funktionen künftig über spezialisierte Partnerlösungen abgebildet werden. Die Integration erfolgt über moderne, standardisierte Schnittstellen, um eine flexible und zukunftssichere IT-Architektur zu ermöglichen.
Von der Abkündigung betroffen sind insbesondere
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Krankenhäuser
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Universitätskliniken
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Reha- und Gesundheitseinrichtungen
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i.s.h.med-Kunden
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Organisationen mit SAP IS-H im SAP ECC-System
Was bedeutet die SAP IS-H Abkündigung für Krankenhäuser konkret?
Mit dem SAP IS-H Wartungsende im Jahr 2030 entfallen Fehlerkorrekturen, Support, technologische Anpassungen und Sicherheitsupdates. Ein produktiver Weiterbetrieb ist für Krankenhäuser damit in Zukunft kaum realistisch, da sie auf gesetzeskonforme Abrechnungs-, stabile Patientenprozesse und sichere Systemarchitekturen angewiesen sind.
Die SAP IS-H Abkündigung bedeutet daher weit mehr als einen reinen Systemwechsel. Kliniken und Gesundheitseinrichtungen stehen vor einer Reihe miteinander verknüpfter strategischer, technischer und organisatorischer Herausforderungen, die frühzeitig bewertet, geplant und strukturiert adressiert werden müssen.
Zentrale Herausforderungen durch das SAP IS-H Wartungsende
Komplexe Systemstrukturen und zahlreiche Schnittstellen erschweren die Modernisierung und Integration neuer Lösungen.
Während der Ablösung von SAP IS-H müssen im laufenden Betrieb Patientenabrechnungen weiterhin fristgerecht und korrekt erfolgen. Insbesondere bei einem Krankenhausinformationssystem-Wechsel (KIS) z. B. bei i.s.h.med ist eine sorgfältige Planung erforderlich, um Abrechnungsengpässe zu vermeiden.
Historische Patienten-, Fall- und Abrechnungsdaten müssen vollständig, konsistent und revisionssicher in neue Systemlandschaften überführt werden.
Der Fachkräftemangel im IT-Bereich vieler Kliniken führt dazu, dass Transformationsprojekte häufig mit begrenzten internen Kapazitäten umgesetzt werden müssen und die Projektbelastung steigt.
Hinzu kommen Zeitdruck und regulatorische Risiken: Transformationsprojekte im Gesundheitswesen greifen tief in zentrale Kernprozesse ein – vom Patientenmanagement über Fallführung und medizinische Dokumentation bis hin zur Leistungs- und Entgeltabrechnung sowie zahlreichen Subsystem-Schnittstellen. Solche Programme benötigen häufig mehrere Jahre von der strategischen Planung bis zum Go-live. Einrichtungen, die zu spät starten, riskieren Engpässe bei IT-Dienstleistern, steigende Projektkosten, verzögerte Einführungen und regulatorische Risiken nach dem Wartungsende.
Welche Alternativen gibt es zu SAP IS‑H?
Der Markt befindet sich im Wandel. In den vergangenen Monaten sind erste Initiativen und Pilotprojekte entstanden – unter anderem von Organisationen wie GITG oder ATSP. Gemeinsam mit Kliniken arbeiten sie an funktionsgleichen Nachfolgesystemen für SAP IS-H und prüfen mögliche Zukunftsszenarien. Diese Entwicklungen zeigen zwar, dass sich der Markt aktiv mit Alternativen beschäftigt, dennoch gilt aktuell:
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Keine vollständig etablierte Standardnachfolge
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Teilweise noch Pilot- oder Entwicklungsstatus
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Unklare langfristige Marktverfügbarkeit
Welche Handlungsoptionen haben Krankenhäuser?
Während die Nachfolge von SAP IS-H aktuell noch von Unsicherheiten geprägt ist, stellt sich die Situation bei SAP ECC deutlich klarer dar: Das Wartungsende ist verbindlich terminiert, und SAP S/4HANA als strategische Zielplattform gesetzt. Für Kliniken ergibt sich daraus eine zentrale Erkenntnis: Die Transformation zu SAP S/4HANA ist keine optionale Zukunftsentscheidung, sondern eine unausweichliche Notwendigkeit. Gleichzeitig ist sie unabhängig von der Auswahl einer konkreten IS-H-Nachfolgelösung plan- und umsetzbar.
Genau hier liegt ein entscheidender strategischer Hebel. Anstatt zwei hochkomplexe Transformationen zeitgleich durchzuführen, empfiehlt es sich, diese bewusst zu entkoppeln. Durch das Vorziehen der S/4HANA-Transformation schaffen Kliniken eine stabile, zukunftssichere Plattform und gewinnen wertvolle Zeit, um fundierte Entscheidungen zur IS-H-Nachfolge zu treffen.
Transformationswege nach SAP S/4HANA
Für die Migration von SAP ECC auf SAP S/4HANA haben sich drei grundlegende Transformationsansätze etabliert, die sich vor allem hinsichtlich Projektaufwand, Geschwindigkeit und dem Grad der Prozessneugestaltung unterscheiden.
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Beim Brownfield-Ansatz (System Conversion) werden bestehende Prozesse und Strukturen weitgehend übernommen. Dieser Weg ermöglicht eine vergleichsweise schnelle Migration, bietet jedoch nur begrenzten Raum für strukturelle Optimierung.
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Der Greenfield-Ansatz setzt auf eine vollständige Neuimplementierung von SAP S/4HANA. Prozesse werden konsequent neu gestaltet und standardisiert – ideal für eine strategische Neuausrichtung, jedoch mit höherem Projekt- und Change-Aufwand.
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Die Selective Data Transition (SDT) kombiniert beide Ansätze: Ausgewählte Daten und Prozesse werden übernommen, während andere gezielt modernisiert werden. Dadurch entsteht eine flexible Balance zwischen Stabilität und Innovation.
Besonderheiten der S/4HANA-Transformation bei Kliniken mit SAP IS-H
Während für viele Unternehmen die drei klassischen Migrationswege als valide Transformationsoptionen gelten, ist bei Kliniken ein angepasstes Vorgehen erforderlich. Aufgrund der fehlenden Upgradefähigkeit von SAP IS-H auf S/4HANA ist keine klassische Brownfield-Migration möglich. Stattdessen müssen das IS-H- und das bestehende ECC-System zunächst voneinander entkoppelt werden. Erst dann lässt sich die eigentliche S/4HANA-Transformation sinnvoll planen und umsetzen.
Als bewährte Vorgehensweise empfehlen wir dafür den Sidecar-Ansatz.
Empfohlene Strategie zur IS-H-Ablösung im Krankenhaus: Der Sidecare-Ansatz
Durch die technische Entkopplung von IS-H aus dem ECC-System ermöglicht der Sidecar-Ansatz Krankenhäusern, SAP IS-H stabil weiterzubetreiben und gleichzeitig das verbleibende SAP ECC-System auf SAP S/4HANA zu migrieren. Die Transformation wird so in klar getrennte Schritte aufgeteilt. Das reduziert Risiken, schützt den laufenden Klinikbetrieb und schafft eine zukunftsfähige Plattform – unabhängig von der späteren IS-H-Nachfolgelösung.
So funktioniert der SAP IS-H Sidecar-Ansatz im Detail
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Ausgliederung von SAP IS-H aus dem ECC-System
Im ersten Schritt wird SAP IS-H mittels einer Selective Data Transition (SDT) oder einer Systemkopie aus dem bestehenden ECC-System herausgelöst. IS-H wird als eigenständiges Sidecar-System weitergeführt, während das verbleibende ECC-System technisch bereinigt und für die Migration auf S/4HANA vorbereitet wird. Das Ergebnis ist eine klare Systemtrennung, die Reduzierung technischer Abhängigkeiten und eine optimale Vorbereitung für die S/4HANA-Migration. -
Migration des verbleibenden ECC-Systems zu SAP S/4HANA
Das Kernsystem kann nun ohne klinische Abhängigkeiten auf SAP S/4HANA migriert werden. Der laufende Klinikbetrieb bleibt stabil, da ein SAP Connector das neue S/4HANA-System mit dem bestehenden IS-H-System verbindet. Vorteil für Krankenhäuser: Die Plattformtransformation erfolgt unabhängig vom Krankenhausinformationssystem und ohne Unterbrechung klinischer Prozesse. -
Auswahl einer geeigneten SAP IS-H-Nachfolgelösung
Nach erfolgreicher S/4HANA-Transformation erfolgt die strukturierte Auswahl einer geeigneten IS-H-Nachfolgelösung. Da kein Zeitdruck durch die Plattformmigration besteht, kann die Auswahl strategisch erfolgen – auf Basis des Reifegrads der Lösung, dem funktionalem Umfang, der Integrationsfähigkeit sowie Pilotprojekten und Marktanalysen.
Softwareunterstützung für Ihre IS-H Ablösung durch die Natuvion Data Conversion Suite
Die Entkopplung von SAP IS-H und die Migration großer Datenbestände nach SAP S/4HANA im laufenden Klinikbetrieb erfordern eine sorgfältige Planung, Transparenz und durchgängige Kontrolle. Intelligente Softwareunterstützung, wie sie die Natuvion Data Conversion Suite (DCS) bietet, ist hier ein entscheidender Erfolgsfaktor. Das Tool unterstützt Transformationsprojekte technologie- und szenariounabhängig entlang des gesamten Transformationszyklus – von der automatisierten Analyse über die Datenmigration und -validierung bis zur Stilllegung von Altsystemen. Grundlage dafür sind standardisierte Transformationspfade, vorkonfigurierte Templates sowie integrierte Tests und Datenqualitätsprüfungen. Kliniken können sich so auf den laufenden Betrieb konzentrieren – während Natuvion die technische Durchführung, Steuerung und Qualitätssicherung der SAP IS-H Migration übernimmt.
Typischer Projektablauf mit der Natuvion Data Conversion Suite (DCS)
Bewertung von Daten, Customizing, Risiken & Abhängigkeiten.
Definition von Zielstrukturen, Regeln und Transformationspfaden.
Mehrstufige Testläufe für Konsistenz, Funktion & Performance.
Kontrollierte Überführung und Mapping ins Zielsystem.
Automatisierte Prüfungen für Datenqualität & Nachvollziehbarkeit.
Vorteile des Einsatzes der Natuvion DCS für Kliniken
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flexible Migration (Szenarien, Datenhistorie, Quellsysteme)
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integrierte Tests und Datenqualitätsprüfung
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standardisierte Templates für SAP ERP, HCM und IS-H
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hohe Performance bei minimalen Ausfallzeiten
Nach der Migration: Was passiert mit SAP IS-H und Altsystemen?
Die Migration nach SAP S/4HANA ist ein Meilenstein – aber nicht das Ende der Transformation. Ein dauerhafter Parallelbetrieb von Altsystemen verursacht Kosten, erhöht den administrativen Aufwand und schafft Risiken bei Compliance, Datenschutz und Prüfbarkeit. Für die sichere Stilllegung eignet sich eine Archivierungslösung wie DCS Retire. Damit werden Daten gesetzeskonform archiviert und bleiben für Prüfungen und fachliche Recherchen verfügbar – ohne den operativen Betrieb zu belasten.
Vorteile von DCS Retire bei der SAP IS-H Stilllegung
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vollständige De-Kommissionierung ohne Informationsverlust
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rechtskonforme Aufbewahrung
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DSGVO-konforme Datenvernichtung
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Rollen- und Berechtigungskonzept inkl. Protokollierung
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flexible Bereitstellung: Cloud oder On-Premise
Unsere Best Practices und Empfehlungen
Transformation frühzeitig planen
Mit Blick auf 2030 rechtzeitig Transformationsprojekte vorbereiten.
Transformation entkoppeln & Sidecar-Ansatz nutzen
Entlastet Ressourcen und strukturiert komplexe Projekte sinnvoll.
Ausreichend Tests & Validierung einplanen
Minimiert Betriebsausfälle und Risiken.
Intelligente Softwareunterstützung einsetzen (Natuvion DCS)
Für maximale Flexibilität, Performance und Datenharmonisierung.
Marktentwicklungen beobachten
Austausch zu laufenden Pilotprojekten und Teilnahme an Branchenveranstaltungen.
Individualentwicklungen hinterfragen
Historische Individualentwicklungen und Z-Codings kritisch prüfen und ggf. eliminieren.
Ressourcen
FAQ zur SAP IS-H Abkündigung
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Wann endet die Wartung von SAP IS-H?
Spätestens 2030 stellt SAP die Wartung vollständig ein.
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Kann SAP IS-H direkt auf SAP S/4HANA migriert werden?
Nein. SAP IS-H ist nicht S/4HANA-kompatibel und nicht upgradefähig.
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Was ist der SAP IS-H Sidecar-Ansatz?
Ein Transformationsansatz, bei dem SAP IS-H aus dem ECC-System entkoppelt wird, um eine parallele S/4HANA-Migration zu ermöglichen.
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Ist eine Brownfield-Migration mit SAP IS-H möglich?
Nein. Aufgrund fehlender Upgradefähigkeit von IS-H auf SAP S/4HANA ist keine direkte System Conversion möglich.
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Welche Alternativen gibt es zu SAP IS-H?
Aktuell existieren Pilotprojekte und Partnerlösungen, jedoch noch keine flächendeckend etablierte Standardnachfolge.
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