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Kunden & Partner

4 Min. Lesezeit

KI: Hype oder Gamechanger

Transformation Data Conversion Suite (DCS)
KI: Hype oder Gamechanger

Die Debatte ist vorbei - KI ist da, und sie verändert alles! Kaum jemand, der noch nicht eine KI um „Rat" oder eine Antwort gefragt hat. Aber ist es wirklich die Zukunft oder nur ein vorübergehender Hype? Bei Natuvion ist Julian Müller der Ansprechpartner für KI. Philipp von der Brüggen hat mit ihm gesprochen und gefragt, was er generell zu KI sagt und wie sie bei Natuvion und Kundenprojekten zum Einsatz kommt.

Was ist künstliche Intelligenz oder
anders gefragt: Wie funktioniert sie?

Das ist eine spannende Frage, die man aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten kann. Grundsätzlich umfasst KI ein breites Spektrum an Verfahren – von symbolischen Ansätzen, die mit klar definierten Regeln und Logik arbeiten, bis hin zu subsymbolischen Methoden wie Deep Learning. Letztere, zu denen auch sogenannte Large Language Models gehören, basieren auf künstlichen neuronalen Netzen. Diese Netze verarbeiten riesige Mengen an Daten und lernen dabei Muster und Zusammenhänge. Die Trainingsdaten – oft als Korpus bezeichnet – werden in diesen Netzen komprimiert, sodass am Ende Wahrscheinlichkeiten darüber entstehen, welche Antwort auf eine bestimmte Eingabe am besten passt. Als Logiker finde ich besonders spannend, dass diese Modelle im Grunde induktive Logiken darstellen – ihre „Hypothesen“ über die Welt sind in den Gewichtungen der Netzverbindungen gespeichert.

Ist KI ein echter Gamechanger oder nur Hype? 

Ich bin überzeugt: KI wird unsere Welt ähnlich tiefgreifend verändern wie einst das Internet. Natürlich gab es in der Vergangenheit auch überzogene Erwartungen – ich erinnere mich gut an den letzten KI-Hype vor etwa sieben Jahren, der nicht alle Versprechen halten konnte. Aber was wir jetzt erleben, ist ein echter Durchbruch. Die Technologie ist reif genug, um in der Praxis echten Mehrwert zu liefern – auch wenn wir uns gerade in der Phase befinden, in der Prototypen zur Serienreife gebracht werden müssen. Ich nenne das gerne „die Mühen der Ebene“.

Wie und wo kann KI IT-Transformationen konkret unterstützen? 

Der große Vorteil von KI liegt darin, dass sie die Brücke schlägt zwischen menschlicher Sprache und maschinenlesbarer Logik. Diese Kluft war lange Zeit ein Hindernis – denn natürliche Sprache ist flexibel, kontextabhängig und schwer zu formalisieren. Genau hier setzen unsere Anwendungen an: KI kann als Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine dienen und komplexe Aufgaben automatisieren, bei denen Sprachverständnis entscheidend ist. 

Hast du dafür ein konkretes Beispiel? 

Klar. Ein Beispiel ist ein KI-Agent, der mit dem Kunden ein Transformationsszenario bespricht – und daraus automatisch den passenden Content auswählt und konfiguriert. Das spart enorm viel Zeit. Voraussetzung dafür ist, dass der Content in einer maschinenlesbaren Sprache vorliegt – bei uns ist das DCS Compose, unsere eigene Programmiersprache für DCS Migrate Content, die auch von KI-Systemen verstanden wird.

Ein weiteres Beispiel sind unsere intelligenten Assistenten in der Natuvion Data Conversion Suite. Sie kombinieren Informationen aus Produkt- und Projektdaten und helfen dabei, typische Herausforderungen im Projektalltag schnell und zuverlässig zu lösen.

Wichtig ist: Wir sehen KI nicht isoliert, sondern als Ergänzung zu bewährten Methoden. Unser Ziel ist die weitgehende Automatisierung der Kernprozesse in der Projektdurchführung – und dafür ist KI ein zentrales Werkzeug.

Du hast Natuvions KI-Strategie erwähnt – kannst du noch mehr darüber sagen?

Sehr gerne. Unsere Strategie fußt auf vier Säulen:

  1. Sprachen:

    Darunter fallen sowohl natürliche als auch künstliche Sprachen. Wir verwenden natürliche Sprachen – Deutsch, Englisch – sowie unsere eigene Programmiersprache DCS Compose als Schnittstellen für die Mensch-Maschine-Interaktion.

  2. Daten:

    In jedem Transformationsprojekt entstehen riesige Mengen an Metadaten – etwa zu Mappings, Laufzeiten oder Konfigurationen. Diese Daten sind ein strategisches Asset und die Grundlage für unsere KI-Anwendungen.

  3. Automatisierung:

    Sie ist der Schlüssel, um Projekte schneller, sicherer und effizienter umzusetzen.

  4. KI:

    Sie übernimmt vor allem die Interpretation natürlicher Sprache und hilft dabei, komplexe Aufgaben zu automatisieren.

Kurz gesagt: Mit DCS Compose, KI und dem Natuvion Cloud Portal haben wir die Werkzeuge, um Kosten, Durchlaufzeiten und Komplexität zu reduzieren – und gleichzeitig die Qualität deutlich zu steigern.

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Was ist das mittel- & langfristige Ziel des Einsatzes von KI in der Natuvion Data  Conversion Suite – und was bedeutet das für Kunden?

Mittelfristig geht es darum, die Kernprozesse der Projektdurchführung weitestgehend zu automatisieren – also Konfiguration, Dokumentation, Support und Content-Auswahl. Langfristig wollen wir Transformation industrialisieren: weg von individuellen Projekten, hin zu wiederverwendbaren, hochqualitativen Workflows, die durch KI unterstützt werden. Für unsere Kunden bedeutet das: schnellere Projekte, geringere Kosten, bessere Qualität und mehr Transparenz.

Welche konkreten Funktionen in der Natuvion DCS profitieren zurzeit am meisten von KI – oder werden davon am meisten profitieren?

Wir entwickeln aktuell vor allem Support-Agenten, die in jeder Projektphase beratend zur Seite stehen und dabei gezielt auf den Content zugreifen, der im jeweiligen Projekt verwendet wird. Parallel arbeiten wir an einer Applikation, die KI-basiert Vorschläge für Mappings generiert. Ziel ist es, unsere Projektteams und Kunden durch intelligente Assistenzsysteme zu unterstützen – von der ersten Analyse bis zur Nachbetreuung. In Zukunft werden auch Bereiche wie DCS Protect und DCS Retire stark von KI profitieren, da hier viele repetitive Aufgaben automatisiert werden können. Die Vision ist, dass KI in jeder Phase eines Projekts unterstützend wirkt – von der ersten Analyse bis zur Nachbetreuung.

Wie verändert KI langfristig die Rolle der Projektteams bei Transformationen?

Die Rolle der Projektteams wird sich stark verändern. KI übernimmt viele repetitive und technische Aufgaben, sodass sich Teams stärker auf strategische Entscheidungen, Qualitätssicherung und Kundenkommunikation konzentrieren können. Die Arbeit wird dadurch nicht weniger wichtig – im Gegenteil: Sie wird anspruchsvoller und kreativer.

Welche neuen Fähigkeiten brauchen Projektteams deiner Meinung nach, um mit KI in der Natuvion DCS effektiv zu arbeiten?

Neben einem grundlegenden Verständnis für KI und Automatisierung brauchen Teams vor allem die Fähigkeit, mit intelligenten Systemen zu interagieren – also z. B. über natürliche Sprache mit Assistenten zu kommunizieren oder KI-generierte Vorschläge zu bewerten. Auch Kenntnisse in unserer Programmiersprache DCS Compose sind hilfreich, da sie die Brücke zwischen Mensch und Maschine bildet.

Fragen Kunden gezielt nach KI für ihre Projekte?

Ja, definitiv. Viele Kunden sind neugierig und sehen KI als Chance, ihre Projekte schneller und effizienter umzusetzen. Besonders spannend finden sie die Möglichkeit, komplexe Aufgaben wie Content-Auswahl oder Fehleranalyse zu automatisieren.

Gibt es auch Kunden, die bei KI skeptisch sind? Wenn ja, warum?

Natürlich. Manche Kunden haben Bedenken hinsichtlich Kontrolle, Transparenz oder Sicherheit. Das ist verständlich – und genau deshalb legen wir großen Wert auf Governance, Versionierung und menschliche Kontrolle. KI soll unterstützen, nicht ersetzen.

KI wird ja von vielen auch als eine
Art Bedrohung wahrgenommen. Inwieweit kannst du das verstehen?

Ich kann das gut nachvollziehen. KI verändert Arbeitsweisen und stellt gewohnte Prozesse infrage. Aber ich sehe sie nicht als Bedrohung, sondern als Werkzeug. Ein Werkzeug, das uns hilft, bessere Entscheidungen zu treffen, schneller zu arbeiten und mehr Zeit für das Wesentliche zu haben. Wichtig ist, dass wir KI verantwortungsvoll einsetzen – mit klaren Regeln und menschlicher Kontrolle.

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