SAP Business Suite Unleashed: KI macht Daten zum Wachstumstreiber
SAP bündelt mit der neu ausgerichteten Business Suite, der Business Data Cloud und dem KI-Copilot Joule Daten, Prozesse und künstliche Intelligenz zu...
3 Min. Lesezeit
Florian Sackmann
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17.2.2026
SAP bündelt mit der neu ausgerichteten Business Suite, der Business Data Cloud und dem KI-Copilot Joule Daten, Prozesse und künstliche Intelligenz zu einer durchgängigen Plattform: Unternehmen lösen Datensilos auf, setzen KI-Agenten produktiv ein und automatisieren Entscheidungen entlang kompletter End-to-End-Prozesse – von Finanzen bis Lieferkette. Der Schlüssel: Clean Core, belastbare Datenstrategie, Governance und ein gestuftes Roll-out statt eines Big Bangs.
Viele Unternehmen arbeiten mit fragmentierten Systemen und divergierenden Datenständen. Analysen dauern, Entscheidungen hinken hinterher. Die Neuausrichtung der SAP Business Suite adressiert diesen Bruch: ein integriertes Zielbild statt Produktinseln, in dem Anwendungen, Daten und KI aus einem Guss zusammenspielen.
Die Business Data Cloud fungiert als semantische Ebene über SAP und Nicht-SAP-Quellen. Fachbereiche greifen auf konsistente, kontextreiche Daten zu und spiegeln Ergebnisse unmittelbar in Prozesse zurück. So stehen Prognosen, Simulationen und „Was wäre, wenn“-Analysen dort bereit, wo Entscheidungen fallen. Im Alltag führt das zu weniger manuellen Reports und schnelleren Reaktionsketten. Einkaufs-, Produktions- und Finanzdaten lassen sich in Echtzeit zusammenführen. Abweichungen werden erklärt, statt nur angezeigt. Von SAP betreute Integrationen und Datenprodukte senken Aufwand und Fehlerrisiken.
Als Integrations- und Erweiterungsrückgrat dient die Business Technology Platform. Sie bündelt Integration, Erweiterbarkeit und das KI-Fundament. Über die AI Foundation und den Generative AI Hub greifen Teams kontrolliert auf Sprach- und Fachmodelle von SAP und Drittanbietern zu und steuern Betrieb, Sicherheit und Compliance zentral. Den geschäftlichen Kontext liefert die Business Data Cloud. Sie stellt harmonisierte, auditierbare Daten bereit – den Treibstoff für KI-Funktionen, vom Ad-hoc-Insight bis zur agentischen Prozessausführung. Das modulare Cloud ERP der Business Suite setzt darauf auf: Upgrades betreffen Komponenten, Erweiterungen liegen außerhalb des Kerns. So bleibt der Kern sauber, releasefähig und innovationsbereit.

Joule ist die durchgängig verfügbare Interaktionsebene. Statt generischer Chatfenster arbeitet Joule im Kontext der Anwendung und „versteht“ dank Business Data Cloud Beziehungen zwischen Aufträgen, Beständen, Kapazitäten und Cashflow. Aus Assistenz entsteht ein Handlungssystem, das Arbeit abnimmt und Entscheidungen vorbereitet. So rückt KI aus der Experimentierzone in den Tagesbetrieb.
Finance: Beim Öffnen des Dashboards zeigt Joule drei priorisierte Hinweise – sinkende Margen, verspätete Zahlungseingänge, erhöhte Lagerreichweiten. Mit einem Klick simuliert die Anwendung Maßnahmen (Preisstaffeln anpassen, Zahlungsziele verhandeln, Abverkauf planen) und stellt Effekte auf Cashflow und Ergebnis gegenüber. Die verantwortliche Person genehmigt eine Option; Joule erstellt Aufgaben, informiert die Teams und startet die freigegebenen Workflows.
Supply Chain: Ein Agent erkennt Verzug bei einem Lieferanten, weil Wetterdaten und Tracking-Informationen auf eine Verzögerung hindeuten. Die Anwendung schlägt Alternativen vor – Umlenkung auf einen Zweitlieferanten oder Vorziehen einer internen Produktion – und simuliert Auswirkungen auf Termin, Kosten und Bestände. Nach Freigabe bucht der Agent um, aktualisiert Liefertermine und protokolliert jeden Schritt revisionssicher.
HR: Die Plattform identifiziert Skill Gaps in einem Werk, matcht sie mit bevorstehenden Aufträgen und empfiehlt Lernpfade. Führungskräfte erhalten vor Jahresgesprächen strukturierte Dossiers mit Kennzahlen, Entwicklungsschritten und offenen Aufgaben – nicht als starre Liste, sondern im Dialog mit Joule, der Rückfragen in natürlicher Sprache beantwortet.
Spezialisierte Joule-Agenten agieren unter Aufsicht. Der Ablauf bleibt nachvollziehbar: Ein Ereignis triggert die Analyse, die Anwendung prüft Daten im Geschäftskontext, bereitet Optionen mit Wirkung und Kosten auf, holt die Entscheidung ein, führt die freigegebene Aktion aus und schreibt einen vollständigen Audit Trail. Unternehmen passen Standardagenten an oder entwickeln im Joule Studio eigene Agenten für spezifische Workflows – ohne den Kern anzutasten.
KI liefert nur belastbare Ergebnisse, wenn Datenqualität und Trennung von Kern und Erweiterungen stimmen. Clean Core ist betriebswirtschaftliche Notwendigkeit: geringere Betriebskosten, schnellere Release-Fähigkeit, weniger Audit-Risiken. Erweiterungen gehören auf die Business Technology Platform; Datenveredlung und Bereitstellung in die Business Data Cloud – mit klaren Rollen, Verantwortlichkeiten und Datenkatalogen. Für hybride Landschaften stehen Multi-Cloud-Optionen und standardisierte Datenprodukte bereit. Wichtig ist, Legacy-Investitionen zu schützen und zugleich den Pfad in die neue Datenarchitektur zu öffnen – Schritt für Schritt, mit messbaren Zwischenzielen und einer belastbaren Governance für Sicherheit, Ethik und Compliance.
Statt eines großen Wurfs empfiehlt sich ein gestuftes Vorgehen entlang der Reifestufen:
Assistieren
Automatisieren
Handeln
In den ersten 90 Tagen bewährt sich ein klarer Fahrplan:
3-5 Prozesse mit hohem Volumen oder Fehlerrisiko priorisieren (z.B. Abweichungsanalyse, Lieferantenmanagement, Recruiting).
Datenquellen, Qualitätsregeln und Zugriffsrechte definieren und semantische Modelle in der Business Data Cloud aufsetzen.
Joule in ausgewählten Geschäftsbereichen produktiv pilotieren und die Lehren dokumentieren.
Wiederkehrende Entscheidungen durch Agenten automatisieren und Kennzahlen wie Durchlaufzeit, "First Time Right", Working Capital oder Servicelevel fortlaufend messen.
Neukunden starten schnell über die Public Cloud Edition und wachsen modular. Bestandskunden transformieren entlang ihrer „Grow with SAP“ bzw. „Rise with SAP“ Journey – mit Verprobung in Teilbereichen, bevor weitere Prozesse migrieren. Entscheidend ist die Verzahnung aus Prozessdesign, Datenarchitektur und Change Management. So entsteht ein belastbarer Pfad von ersten Assistenzfunktionen bis zu agentischen Autonomien in kritischen Prozessen.
Fazit: Die Kombination aus Business Suite, Business Technology Platform, Business Data Cloud und Joule hebt Unternehmensdaten auf die nächste Wertstufe. Wer Clean Core, Datenstrategie und Governance früh sichert und mit fokussierten Anwendungsfällen startet, verwandelt verstreute Informationen in einen Wachstumsmotor – mit schnellerer Time-to-Value, resilienteren Abläufen und höherer Entscheidungsqualität über die gesamte Organisation.
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