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Wie viel Volt hat der Wandel bei Energieversorgern wirklich?

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Wie viel Volt hat der Wandel bei Energieversorgern wirklich?

Überall wird transformiert, migriert, modernisiert. Doch wie viel Spannung steckt wirklich im Umbau der Energiebranche? Die DACH Utilities Transformationsstudie 2025 von adesso und Natuvion liefert Antworten – direkt aus den Leitständen von 225 Energieversorgern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. In unserer Studie haben wir untersucht, was die Branche beim Thema IT-Transformation antreibt, was sie bremst – und wo der Funke wirklich überspringt.

Kundenservice als Hauptmotivation für die IT-Transformation

Wartungsenden, Kostendruck, neue Marktrollen. Fast alle Befragten der DACH Utilities Transformationsstudie 2025 sahen sich zum Handeln gezwungen. Doch der eigentliche Treiber war überraschend menschlich: Kundenservice. 44 % nannten ihn als Hauptmotivation, noch vor Kosteneffizienz und Asset-Management. Die Botschaft: Digitalisierung soll nicht nur Systeme modernisieren, sondern das Verhältnis zu den Kunden neu definieren. Nur in der Schweiz stand die organisatorische Anpassung im Vordergrund – ein Hinweis darauf, dass Struktur und Governance vielerorts den eigentlichen Engpass bilden. Das hängt auch mit der geringeren Liberalisierung des Schweizer Strommarkts zusammen: Wo der Wettbewerbsdruck niedriger ist, wird Transformation weniger von Marktimpulsen, sondern stärker von internen Effizienz- und Strukturzielen getrieben.

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Transparenz ist das neue Effizienzversprechen

Wenn Energieversorger heute über den Erfolg ihrer Projekte sprechen, fällt ein Begriff immer wieder: Transparenz. 43 % der Befragten sehen sie als wichtigstes Transformationsergebnis – noch vor Effizienz- oder Kostenvorteilen. Diese Klarheit über Daten, Prozesse und Zuständigkeiten schafft offensichtlich die Grundlage, um Organisationen steuerbar zu machen. Oder, wie es eine Führungskraft in der Studie formulierte: „Ohne Transparenz ist jede Effizienz nur Zufall.“

Was Transformationen teuer macht und was sie rettet 

Mehr als zwei Drittel der Unternehmen investierten zwischen 5 und 20 Millionen Euro in ihre IT-Erneuerung – deutlich mehr als in anderen Branchen. Die drei größten Stolpersteine in der Vorbereitung:

  1. Komplexität des Gesamtprojekts,

  2. Budgetmanagement,

  3. Analyse der bestehenden IT-Landschaft.

Die Lehre: Wer sein System nicht kennt, transformiert ins Ungewisse. Frühzeitige Datenanalysen und ein professionelles Testmanagement werden zum Versicherungsschein für Stabilität – das bestätigen 38 % der Befragten, die Testmanagement als entscheidenden Erfolgsfaktor nannten. Kein anderes Thema wurde so häufig genannt.

Die Realität von Cloud, Datenschutz & KI

80 % der Unternehmen nutzten ihre Transformation, um mehr Clouddienste einzuführen – allerdings nicht primär aus Kostengründen, sondern um Innovation und Standardisierung zu beschleunigen. Datenschutz spielte bei 97 % der Befragten eine zentrale Rolle – und das ist kein Zufall: Kaum eine Branche unterliegt strengeren regulatorischen Vorgaben. Ob Energiewirtschaftsgesetz, Smart-Meter-Gateway-Verordnung oder BNetzA-Compliance – die Energieversorger müssen Datenschutz technisch, organisatorisch und rechtlich auf höchstem Niveau umsetzen. Für viele Unternehmen ist Datenschutz daher kein Bremsklotz, sondern ein strategischer Enabler, der Vertrauen schafft und Qualität messbar macht. Auch künstliche Intelligenz entwickelt sich im Energiesektor zunehmend zu einem echten Transformationsmotor. 38 % der Befragten sehen KI als zentralen Treiber ihrer Transformation. In der branchenunabhängigen und internationalen Transformationsstudie 2025 liegt dieser Wert bei 39,4 %. In dieser Studie stieg der Wert gegenüber dem Vorjahr um 25 %. Angesichts der konservativen und stark regulierten Struktur der Energieversorger sind 38 % ein bemerkenswert hoher Wert. KI bleibt damit kein Zukunftsversprechen, sondern wird mehr und mehr zum praktischen Werkzeug – etwa bei Prognosen, Netzsteuerung, Prozessautomatisierung und Datenvalidierung.



Der Trend von agil zu hybrid in der Projektmethodik

82 % der Unternehmen änderten im Verlauf der Transformation ihre Projektmethodik – meist von rein agil zu hybrid. Das ist kein Zeichen von Unsicherheit, sondern Ausdruck einer neuen Realität: Große IT-Transformationen sind schwer planbar, aber steuerbar. Hybride Ansätze verbinden Stabilität und Anpassungsfähigkeit – besonders in regulierten Umfeldern, in denen man kreativ bleiben muss, aber keine Risiken eingehen darf.

Was Manager heute anders machen würden

Wenn die Befragten ein zweites Mal starten könnten, würden 43 % früher Entscheidungsträger einbinden. Fast ebenso viele würden wichtige Prozesse stärker priorisieren oder den Change-Prozess anders aufsetzen. Das zeigt: Technik ist selten das Problem. Wenn es klemmt, dann beim Alignment, bei der Kommunikation und beim gelebten Change. Oder, wie sich Frank Reimajer (Vorstand, EnBW ODR AG) in der Studie zitieren lässt: „Transformation heißt, bereichsübergreifend denken – aber das geht nicht im Konsens-Marathon. Es braucht Führung mit Entscheidungswillen.“

Was eine erfolgreiche Transformation bei Energieversorgern ausmacht

Die DACH Utilities Transformationsstudie 2025 zeigt eine Branche im Wandel – mit klaren Mustern erfolgreicher Transformation:

  • Führung schlägt Technik. Ohne Commitment von oben bleibt jedes Projekt Flickwerk.

  • Testen, analysieren, verstehen. Datenqualität entscheidet über Erfolg oder Scheitern.

  • Transparenz vor Effizienz. Wer seine Systeme und Prozesse nicht sieht, kann sie nicht steuern.

  • Change ist kein Add-on. Er ist die Voraussetzung, dass neue Systeme gelebt werden.

  • Transformation ist damit kein Sprint und auch kein Ausnahmezustand mehr. Sie ist das neue Betriebssystem der Energiebranche.

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